Kleine Hitzesommer-Chronik

Die Schweiz erlebt die Folgen einer sommerlichen Hitzewelle historischen Ausmasses. Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen der letzten drei Monate haben Flora, Fauna und Menschen zugesetzt.

Am 2. Juli sagt Bundesrat Albert Rösti im SRF-Tagesgespräch: «Man darf es auch nicht übertreiben.» Bei 35 Grad müsse man nicht gleich Katastrophenszenarien ausrufen. Am 2. August streicht er Millionen für die Schweizer Wälder. Mit dem Geld hätte der Wald umgebaut und für den Klimawandel gerüstet werden sollen.

Am 6. August, nach 500 hitzetoten Menschen und tausenden notgeschlachteten Tieren, räumt der Umweltminister im Tages-Anzeiger ein: «Eine derart heftige Hitze hätte ich nicht erwartet.» Am 10. August liefern die Glarner Nachrichten eine Übersicht über die Glarner Alpen, denen das Wasser ausgeht. Am 15. August fordern die Waldeigentümer laut Schweizer Bauer einen Krisengipfel mit Bundesrat Rösti.

Die SP-Fraktion im Glarner Landrat fordert am 17. August mit einem Postulat, der Regierungsrat solle Massnahmen prüfen, die einzuleiten und umzusetzen seien, um den Schutz vor den Auswirkungen der zunehmenden Hitze auf Menschen und Tiere zu gewährleisten.

Am 19. August verkündet der Bundesrat einen Gewinn statt den budgetierten Verlust. Der Grossteil des Überschusses, 970 Millionen Franken, soll an das Verteidigungsdepartement gehen. Am gleichen Tag fordert die Co-Präsidentin der SP Schweiz, Mattea Meyer im Tages-Anzeiger, Überschüsse müssten zwingend in den Klima- und Hitzeschutz investiert werden.

Am 21. August informiert die kantonale Abteilung Wald und Naturgefahren über den kritischen Zustand des Glarner Walds. Da vor allem die Buche betroffen seien und diese Baumart in vielen Schutzwäldern im Kanton Glarus eine wichtige Rolle spiele, seien die aktuellen Waldschäden als ernsthafte Situation zu beurteilen.

Am 26. August wird die SP-Fraktion im Landrat unter anderem über einen Vorstoss vom 26. Mai zur Rückzahlung von Steuern bei ausserordentlichen Überschüssen mitbestimmen. Geld, das gerade so gut in ökologische (z. B. Schutzwald, Biodiversität) oder soziale (Altersarmut, Gesundheitsversorgung) und selbst ökonomische (Erwachsenenbildung, Landwirtschaft) Projekte investiert werden könnte. Der Regierungsrat beantragt dem Landrat, das Postulat abzulehnen.

Ausserdem auf der Traktandenliste: Bei einem Vorstoss vom 17. Dezember geht es um den Vogelschutz. Vögel sind unverzichtbare Stützen für das ökologische Gleichgewicht. Dazu kommt die Beantwortung der SP-Interpellation vom 16. Januar zur Nachhaltigkeitsinitiative. Eine der Fragen lautete: Zu welchen konkreten Verbesserungen im Umweltschutz würde eine Annahme der Initiative aus Sicht des Regierungsrats führen? Die Antwort des Regierungsrats: «Diese Initiative ist keine Umweltinitiative im klassischen Sinne mit konkreten technischen Umweltzielen (z. B. zu CO2-Reduktion oder Naturschutz). Sie begründet ihre Vorgaben mit Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsargumenten, indem sie die These vertritt, ein stärkeres Bevölkerungswachstum überfordere die natürlichen Lebensgrundlagen, die Infrastruktur und die Umwelt.»

PS: Die Chronik ist nicht abschliessend. Wer weitere Meldungen hat, die zum Verlauf passen, kann sie uns gerne per E-Mail schicken.